AB MANV 25+ Standort Ulm
Der Abrollbehälter MANV 25+ am Standort Ulm ist eine überregional einsetzbare Komponente im Bevölkerungsschutz des Landes Baden-Württemberg. Es handelt sich um einen Abrollbehälter, der mit Hilfe eines Wechselladerfahrzeugs der Feuerwehr Ulm transportiert werden kann. Auf dem Abrollbehälter ist medizinisches und technisches Material für die Errichtung eines Behandlungsplatzes für 25 und mehr Patienten (Abkürzung: BHP 25+) bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten (Abkürzung: MANV) untergebracht. Ähnliche Abrollbehälter werden bereits an den Standorten Freiburg, Tuttlingen, Stuttgart, Ravensburg, Karlsruhe und Mannheim vorgehalten, wobei an den letzten vier Standorten Material für den Betrieb eines Behandlungsplatzes für 50 Patienten vorgehalten werden (BHP 50).
Der Abrollbehälter MANV 25+ am Standort Ulm wurde der unteren Katastrophenschutzbehörde der Stadt Ulm im April 2009 übergeben und ist seit dem Februar 2010 nach mehreren Umbauten und Anpassung der medizinischen Ausstattung einsatzbereit. Der Abrollbehälter wird hierbei gemeinsam vom DRK Ortsverein Ulm, dem ASB Regionalverband Ulm und der Feuerwehr Ulm betrieben. Die untere Katastrophenschutzbehörde der Stadt Ulm ist hierbei für die Verwaltung der Sach- und Finanzmittel verantwortlich. Die Feuerwehr Ulm stellt den Transport mittels eines Wechselladerfahrzeugs sicher und sorgt für die Wartung der technischen Geräte. Der DRK Ortsverein Ulm sorgt gemeinsam mit der Rettungsdienst gGmbH für die Wartung der Medizingeräte, Medikamente und der medizinischen Verbrauchsmaterialien. Die Mannschaft für den Betrieb wird gemeinsam von DRK Ulm, ASB Ulm und Notärzten der Universität und des Bundeswehrkrankenhauses gestellt.
Ein Behandlungsplatz ist eine Einrichtung beim Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV) in der Patienten bei einem Mangel an Transportkapazität oder fehlender Aufnahmekapazität der umliegenden Kliniken qualifiziert und weitestgehend geschützt vor der Witterung versorgt werden können, bis wieder ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Ein Behandlungsplatz entspricht in der Wahrnehmung der Bevölkerung am ehesten einem „Notlazarett“.
Der Abrollbehälter MANV 25+ am Standort Ulm kann ohne Materialnachschub von außen eine Versorgung für zwei Stunden gewährleisten.
In der Beladeliste des Abrollbehälters finden sich unter anderem:
- 4 aufblasbare Zelte mit einer Grundfläche von 40 m²
- 2 aufblasbare Zelte mit einer Grundfläche von 20 m²
- 1 Ersatzstromerzeuger mit einer Nennleistung von 13 kVA
- 2 Power-Moon Beleuchtungseinrichtungen
- 4 Zeltheizungen
An medizinischer Ausstattung werden vorgehalten:
- 6 Beatmungsgeräte Dräger Oxylog 1000
- 6 Defibrillatoren / EKG-Monitor-Einheiten Physiocontrol Lifepak 1000
- 11 Vakuummatratzen
- 2 Schaufeltragen
- 1 Spine-Board
- 25 Tragen
- Medikamente für 25 Patienten
- Infektionsschutzanzüge für 35 Helfer
Nach einem Alarm für den Abrollbehälter wird unter anderem auch die sog. „Logistikgruppe AB MANV“ alarmiert, eine zwanzigköpfige Einheit, die sich zu gleichen Teilen aus Helfern des DRK OV Ulm und des ASB Regionalverbands Ulm zusammensetzt. Sie organisiert einen raschen Aufbau des Behandlungsplatzes nach Eintreffen am Einsatzort. Von der Ankunft am Einsatzort bis zur Einsatzbereitschaft muss eine Vorlaufzeit von 20-30 Minuten kalkuliert werden.
Der Abrollbehälter und seine umgebende Personalstruktur sind für einen überregionalen Einsatz auch in benachbarten Landkreisen oder auch Bundesländern konzipiert. Seinen ersten Einsatz hatte der Abrollbehälter am 14.03.2010 im Rahmen eines Busunfalls auf der Autobahn A8 bei Seligweiler.

