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AB-MANV 25+AB-MANV 25+

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Der AB-MANV 25+ am Standort Ulm

Ansprechpartner

Fabian Rueß
Zugführer

zugfuehrung(at)drk-ov-ulm.de

Frauenstraße 125
89073 Ulm

Der Abrollbehälter „Massenanfall von Verletzten 25+“ (AB-MANV 25+) am Standort Ulm ist eine überregional einsetzbare Komponente im Bevölkerungsschutz des Landes Baden-Württemberg. In dem Container ist medizinisches und technisches Material für den Aufbau und den Betrieb eines Behandlungsplatzes (BHP) für mindestens 25 Patienten untergebracht.

Ähnliche Abrollbehälter werden außerdem an den Standorten Freiburg, Tuttlingen, Stuttgart, Ravensburg, Karlsruhe und Mannheim, wobei an den letzten vier Standorten Material für den Betrieb eines Behandlungsplatzes für 50 Patienten (AB-MANV 50) vorgehalten wird.

Gemeinschaftsprojekt mit vielen Beteiligten

Der AB-MANV 25+ am Standort Ulm wurde der unteren Katastrophenschutzbehörde der Stadt Ulm im April 2009 übergeben und ist – nach mehreren Umbauten und einer Anpassung der medizinischen Ausstattung – seit Februar 2010 einsatzbereit. Die Verantwortung für den Abrollbehälter liegt gemeinsam bei der Stadt, der Feuerwehr Ulm und dem DRK Ortsverein Ulm. Die untere Katastrophenschutzbehörde der Stadt Ulm ist für die Verwaltung der Sach- und Finanzmittel zuständig. Die Feuerwehr Ulm stellt den Transport mittels eines Wechselladerfahrzeugs sicher und sorgt für die Wartung der technischen Geräte. Der DRK Ortsverein Ulm sorgt gemeinsam mit der DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH für die Wartung der Medizingeräte, Medikamente und der medizinischen Verbrauchsmaterialien. Die Mannschaft für den Betrieb des BHP generiert sich aus den Einsatzeinheiten 1 (DRK) und 2 (ASB), dem Rettungsdienst sowie Notärzten des Universitätsklinikums und des Bundeswehrkrankenhauses Ulm.

Ausstattung für die Versorgung von mindestens 25 Patienten

In der Beladeliste des Abrollbehälters finden sich unter anderem:

  • 4 aufblasbare Zelte mit einer Grundfläche von 40 m²
  • 2 aufblasbare Zelte mit einer Grundfläche von 20 m²
  • 1 13-kVA-Ersatzstromerzeuger
  • 2 Beleuchtungseinheiten „Powermoon"
  • 4 Zeltheizungen

An medizinischer Ausstattung werden vorgehalten:

  • 6 Beatmungsgeräte Dräger Oxylog 1000
  • 6 Defibrillatoren / EKG-Monitor-Einheiten Physiocontrol Lifepak 1000
  • 11 Vakuummatratzen
  • 2 Schaufeltragen
  • 1 Spine-Board
  • 25 DIN-Tragen
  • Notfallmedikamente für 25 Patienten
  • diverses Verbrauchsmaterial (Infusionen, Verbandsstoffe etc.)
  • Infektionsschutzanzüge für 35 Helfer

Mit dieser Ausstattung kann der AB-MANV 25+ am Standort Ulm den Betrieb eines Behandlungsplatzes auch ohne Materialnachschub von außen über die Dauer von rund zwei Stunden gewährleisten. Ein solcher Behandlungsplatz (BHP) ist eine Einrichtung, in der Patienten bei einem Mangel an Transportkapazitäten oder fehlender Aufnahmekapazität der umliegenden Kliniken qualifiziert und weitgehend geschützt vor der Witterung versorgt werden können, bis wieder ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen. In der öffentlichen Wahrnehmung entspricht ein Behandlungsplatz am ehesten einem „Notlazarett“.

Der AB-MANV 25+ im Einsatz

Bei einem Einsatz für den AB-MANV 25+ werden unter anderem die Einsatzeinheiten 1 (DRK) und 2 (ASB) für den Aufbau und Betrieb des Behandlungsplatzes alarmiert. Von der Ankunft am Einsatzort bis zur Aufnahmebereitschaft des BHP muss eine Vorlaufzeit von ca. 30 Minuten kalkuliert werden.

Der Abrollbehälter und seine umgebende Personalstruktur sind für einen regionalen oder überregionalen Einsatz in benachbarten Landkreisen bzw. Bundesländern oder als vorsorgliche Bereitstellung bei Großveranstaltungen konzipiert worden. Zum Einsatz kam der Abrollbehälter bisher beispielsweise bei einem Busunfall am 14. März 2010 auf der Autobahn A8 bei Seligweiler, bei den Sanitätsdiensten während des Ulmer Einsteinmarathons oder am Schwörwochenende oder während der Flüchtlingskrise im Herbst 2015.